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Aktuelles

20.07.2010

Startschuss für eine Karriere im internationalen Umfeld

Der zweite Jahrgang des „Mercator Kollegs für internationale Aufgaben" startet mit drei neuen Schweizer Stipendiaten. Das schweizerisch-deutsche Stipendienprogramm dient der Förderung und Qualifizierung von Nachwuchs für internationale Organisationen und Arbeitsumfelder. Sie wurde von der Stiftung Mercator Schweiz und der Schweizerischen Studienstiftung gemeinsam mit ihren Schwesterorganisationen in Deutschland lanciert. Die Stiftung Mercator Schweiz und ihre deutsche Schwesterstiftung fördern die in Kooperation mit dem Eidgenössischen Departement für Auswärtige Angelegenheiten und dem Auswärtigen Amt durchgeführte Initiative während fünf Jahren. Dank ihrer im Kollegjahr erzielten Erfolge sind die Stipendiaten des ersten Jahrgangs ihren beruflichen Zielen bereits einen grossen Schritt näher gekommen.

Insgesamt 23 Hochschulabsolventinnen und -absolventen – davon 20 aus Deutschland und drei aus der Schweiz werden pro Jahr ins Stipendienprogramm aufgenommen. Im September 2010 beginnt das Kolleg für die Stipendiaten des Jahrgangs 2010/2011. Während des 13-monatigen Programms arbeiten sie in zwei bis drei internationalen Organisationen, in global tätigen NGOs, Non-Profit-Organisationen oder Wirtschaftsunternehmen. Eine selbst entworfene praktische Fragestellung bestimmt als Projektvorhaben die Wahl der Arbeitsstationen. Neben einem monatlichen Stipendium von 3500 Franken stehen den drei Teilnehmenden aus der Schweiz weitere Fördermittel für Sprachkurse und die für ihr Projekt notwendigen Reisen zur Verfügung. Zusätzlich erhalten alle Stipendiatenin drei Seminarphasen eine spezielle Schulung, die sie optimal auf eine Laufbahn im internationalen Umfeld vorbereiten soll.

Karrierechance für drei Schweizer Absolventen/innen

Die Stipendien wurden Ende Februar öffentlich ausgeschrieben. Aus den zahlreich eingetroffenen Bewerbungsdossiers wurden zehn Personen in die engere Wahl gezogen. Von diesen wurden in einem Assessment folgende drei Stipendiaten für das Programmjahr 2010/2011 ausgewählt:

  • Nicola Ursina Blum mit ihrem Projekt „Ländliche Elektrifizierung in Entwicklungsländern“. Die 27-Jährige aus Teufenthal (AG) hat einen Bachelor in Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der ETH Zürich sowie einen Master in Management, Technologie und Ökonomie an der ETH Zürich absolviert und am dortigen Lehrstuhl für Nachhaltigkeit und Technologie ein Doktorat in Angriff genommen, das sie bald nach ihrem Kolleg-Jahr abschliessen möchte. Sie wird seit 2003 von der Schweizerischen Studienstiftung gefördert.
  • Lukas Krienbühl mit seinem Projekt zu "Gewaltprävention im Rahmen von internationaler Wahlunterstützung". Der 25-Jährige aus Neuchâtel wohnt in Zürich und hat Internationale Beziehungen an der Universität Genf studiert sowie einen Master in "Internationale Sicherheits- und Konfliktstudien" an der Dublin City University absolviert.
  • Ariane Lüthi mit ihrem Projekt „Wahrnehmung der unternehmerischen Sorgfaltspflicht in Bezug auf Menschenrechte". Die 26-Jährige aus Bern verfügt über einen Bachelor in Social Sciences (Sozialarbeit, Sozialpolitik und Zeitgeschichte) der Universität Freiburg, studierte ein Jahr an der Swiss Jazz School in Bern Tenorsaxophon und erlangte anschliessend ihren Master in International Affairs am Institut de hautes études internationales et du développement in Genf.

Erfolge der aktuellen Kollegiaten

Im September 2009 hat der erste Jahrgang von Mercator Kollegiaten seine Arbeit aufgenommen. Die drei Schweizer Stipendiaten gehen derzeit in ihrer letzten Arbeitsstation ihren Projekten nach. Im September 2010 endet ihr Kolleg-Jahr mit einer Seminarwoche in Berlin.

Johannes Köppel verfolgte sein Projekt Wirkungsmessung in HIV/AIDS Strategien und Projekten in Afrika“ zunächst von Oktober bis Dezember 2009 während einer Stage beim UNAIDS Country Office Swaziland. Dort bestand seine Haupttätigkeit darin, AIDS in die Medien und auf die Agenda der relevanten Akteure zu bringen. Er erlangte Überblick über die AIDS-Epidemie in Swasiland, Einblick in die Funktionsweise von UN-Organisationen, knüpfte wichtige Kontakte und lernte, seine Standpunkte auch vor wichtigen Entscheidungsträgern einzubringen. Dies war ihm bei seiner nächsten Stage bei Médecins Sans Frontières (MSF) in Swasiland von Januar bis Juli 2010 von Nutzen. MSF hat in den letzten Jahren in Swaziland dezentralisierte Gesundheitsdienstleistungen, insbesondere zur Behandlung von HIV und Tuberkulose, aufgebaut. Diese sollen 2011 beim Rückzug von MSF aus dem Land nahtlos an die Regierung übergeben werden. Dafür erarbeitete Johannes Köppel als unabhängiger MSF-Consultant einen Zeitplan, Kostenvoranschlag und konkrete Ziele für die Übergabe, immer in enger Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsministerium. Derzeit schliesst er seine MSF-Tätigkeit in Genf ab und freut sich auf die spannende Aufgabe, die ihn nach dem Mercator-Kollegjahr erwartet: Ab September ist Johannes Köppel als Delegierter des Internationalen Komitees des Roten Kreuzes (IKRK) in einem der Krisenherde dieser Welt tätig.

Nach zwei Jahren Tenorsaxophonstudium am Zürich Konservatorium für Klassik und Jazz hat Johannes Köppel (28) aus Oetwil am See (ZH) einen Bachelor in Wirtschafts- und Sozialgeschichte an der Universität Genf und Moskau erworben sowie einen Master am Institut de hautes études internationales et du développement in Genf abgeschlossen. Er wird seit 2008 von der Schweizerischen Studienstiftung gefördert.

Maja Rüegg wählte als erste Arbeitsstation für ihr Projekt „Entwicklung von Wertschöpfungsketten zur Armutreduktion in ländlichen Gebieten“ die Welternährungsorganisation der UNO (FAO) in Rom. Dort arbeitete sie von September 2009 bis Januar 2010 in der Abteilung „Rural infrastructure and agro-industries“ und erhielt Einblick in diverse Themen, die dort behandelt werden, zum Beispiel: „Möglichkeiten zur Finanzierung von Agribusiness in Entwicklungsländern“ oder „Wie kann die Vermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse unterstützt werden?“. Maja Rüegg erstellte unter anderem Weiterbildungsmaterialien zum Thema „Wertschöpfungsketten-Finanzierung“, einem neuen Ansatz für Finanzdienstleistungen in ländlichen Gebieten, sowie Fallstudien über die Förderung des Marktzuganges von Kleinbauern in Entwicklungsländern. Seit Februar 2010 verfolgt sie ihr Projekt im „Feld“. Bis Ende August arbeitet sie in Madagaskar in einem Projekt mit, das von der DEZA finanziert und der Stiftung Intercooperation durchgeführt wird. Ziel ist es, lokale Bauernorganisationen im Aufbau einer fruchtbaren und nachhaltigen Zusammenarbeit mit Dienstleistungsunternehmen vor Ort zu unterstützen. Für die Zeit nach dem Mercator Kolleg hat Maja Rüegg bereits ein Stellenangebot von Intercooperation angenommen. Ab Oktober 2010 wird sie sich in Tansania im Rahmen eines DEZA-Projektes der Förderung des Privatsektors in ländlichen Gebieten widmen.

Maja Rüegg (28) aus Gelterkinden (BL) hat Internationale Beziehungen an der Universität Genf studiert und einen Master in „Development Studies“ an der London School of Economics absolviert. Sie wurde 2004 in die Förderung der Schweizerischen Studienstiftung aufgenommen.

Steve Tharakan startete sein Projekt „Gesellschaftliche Integration von kriegsgeschädigten Kindern durch Sport“ im Oktober 2009 beim „United Nations Office on Sport for Development and Peace“ (UNOSDP). Ziel dieser Organisation ist es, eine engere Verbindung zwischen den Vereinten Nationen und der Sportwelt herzustellen sowie Sport als Mittel zur Förderung von Entwicklung und Frieden einzusetzen. Unter anderem half er dort die Missionen des Sonderberaters für Sport vorzubereiten, schrieb Reden und Positionspapiere und unterstützte die Verantwortlichen bei der Errichtung einer neuen internationalen Arbeitsgruppe. Zudem war Steve Tharakan treibende Kraft bei der Herausgabe eines Comics zur Fussball-WM 2010, in dem verschiedene „UN-Goodwill-Ambassadors“ wie Ronaldo, Kaka oder Ballack Kindern und Jugendlichen die UN-Millenniums-Entwicklungsziele näher bringen. Von Februar bis April 2010 war er in Basel für die SCORT Foundation tätig, die weltweit soziale Fussballinitiativen mit professionellen Fussballklubs durchführt. Er wirkte dort mit bei der Planung und Umsetzung neuer Projekte in Sri Lanka und Palästina. Seit diesem Mai ist Steve Tharakan nun im Feldeinsatz für die Organisation „Friends of Orphans“, die sich um die Reintegration kriegstraumatisierter Kinder in Norduganda kümmert. In Schulen, Waisenhäusern und Dörfern Ugandas setzt er sich mittels Sport für eine bessere Zukunft dieser Kinder ein. Er führt mit ihnen Fussballtrainings durch, welche soziale Werte vermitteln und zum Beispiel die Gefahren von AIDS thematisieren. Mit dem Mercator Kolleg ist Steve Tharakan seinen beruflichen Zielen einen Schritt näher gekommen: Nach seiner Rückkehr aus Uganda wird er bei SCORT eine feste Stelle antreten.

Steve Tharakan (30) aus Bülach (ZH) hat sein Lizentiat der Internationalen Beziehungen an der Universität St. Gallen erlangt und Ende Mai 2009 ein Doktorat in Völkerrecht an derselben Universität abgeschlossen.

weitere Informationen:

Schweizerische Studienstiftung, Nicole Schwyzer, Kommunikation, +41 (0) 44 233 33 13, nicole.schwyzer@studienstiftung.ch

Stiftung Mercator Schweiz, Beno Baumberger, Kommunikation, +41 (0) 44 206 55 80, b.baumberger@stiftung-mercator.ch

» Zur Medienmitteilung (20.07.2010)